Liebe Leserinnen und Leser,

wir sind noch immer im Lockdown und müssen jeden weiteren Tag den Einschnitt in unser Grundgesetz hinnehmen. Die AfD setzt sich für die Wiederaufnahme des gewohnten Lebens ein, wie Sie es auch der folgenden Zusammenfassung entnehmen können:

Aufreger der Woche

Dr. Alexander Gauland fordert, die Beschränkungen der Grundrechte zu lockern.

„Geben Sie den Menschen ihre Freiheit zurück“, heißt es in der Rede von Sebastian Münzenmaier.

Auch während der Coronakrise werden mehr Flüchtlinge nach Deutschland gebracht, anfangs sind es nur die „Kinder“…

Aus dem Plenum

Die Stimmen für eine Lockerung der Einschränkungen werden immer lauter, auch Detlev Sprangenberg äußert sich argumentativ dazu.

In diesen Zeiten dürfen wir nicht vergessen, dass die Familie die zentrale Stütze unserer Gesellschaft ist.

Pressemitteilung

Nicole Höchst MdB: Die hypnotische manipulative Wirkung von Wahlumfragen und deren Auslegungen

Immer wieder werden Wahlumfragen veröffentlicht, bei deren Lektüre man mit Fragezeichen im Gesicht zurückbleibt. Fragt man herum, kennt niemand jemanden, der gefragt wurde. Niemand weiß, wo gefragt wurde und ob eventuell Befrager und Befragte für bestimmte politische Einstellungen stehen. Wer kontrolliert die Befrager? Zielt die Fragestellung bereits auf ein bestimmtes Ziel ab, die dann das gewünschte Ergebnis bereits vorwegnimmt? So dürfte eine Umfrage auf Baustellen, bei Kleinunternehmern oder bei Landwirten ein völlig anderes Bild ergeben, als am Campus einer Berliner Universität, ältere Menschen werden oft anders denken als Abiturienten, usw. Selbst die Uhrzeit, zu der man Menschen befragt, hat Einfluss auf das Ergebnis. Diese Unterschiede versucht man auszugleichen, indem im Nachgang hochgerechnet wird. Inwieweit dies gelingt und wie weit persönlich die politische Einstellung der Fragenden hier einfließt, dürfte genauso mit zu hinterfragen sein, wie die Antworten der Befragten. Wer gibt schon einem Fremden gegenüber zu, dass er die AfD wählt? Es gibt also systemische und statistische Fehlerquellen bei der Erstellung von Umfragen. Zusätzlich gibt es noch Missbrauch durch populistische Interpretation.

https://www.wahlrecht.de/lexikon/wahlumfragen.html

Dass das veröffentlichte Umfrageergebnis oft völlig der eigenen Wahrnehmung widerspricht, sollte also Anlass sein, hier mal näher hinzuschauen. So stellt sich zunächst die Frage, wer hier festlegt, was als repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung gelten darf, bzw. ob man einer Umfrage überhaupt trauen darf, welche nur ihr Ergebnis veröffentlicht.
Es dürfte klar sein, dass man mit Umfrageergebnissen, wie bei den Sonntagsumfragen, welche weit vor einer Wahl durchgeführt werden, die Meinung der Menschen beeinflussen kann. Wenn man verkündet, dass eine Partei in den Umfragewerten extrem gesunken sei, vermittelt man deren Unwählbarkeit. Umgekehrt funktioniert es ebenso. Steigende Werte suggerieren als unterschwellige Botschaft, dies sei auf besonders gute Leistungen zurückzuführen und fördert ein Vertrauen, welches durch die Realität nicht gedeckt ist. Diesen Eindruck bekommt man nicht nur bei Parteien, sondern fast immer auch, wenn man die Beliebtheitswerte von Politikern betrachtet.
Nehmen wir uns ein Beispiel her. Das hoch angesehene und als seriös wahrgenommene Allensbach Institut, welches laut Wikipedia dem konservativen politischen Spektrum zuzuordnen ist, wird seit 1988 von Renate Köcher geleitet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_Demoskopie_Allensbach

Besagte Renate Köcher ging in ihrer eigenen ideologisch geprägten Wahrnehmung „verantwortungsvoll“ mit den Ergebnissen der Umfragen um. So geschehen vor den BW -Landtagswahlen in den Jahren 1992 und 1996 folgende Umfragewerte über Die Republikaner:
1992: 4,5 % – Ergebnis bei der Wahl 10,9 %.
1996 : 4 % Ergebnis bei der Wahl 9,1 % !!!
Das sich Frau Köcher als Geschäftsführerin des Allensbach Institutes und ihr Team hier mal eben um über 100% oder, um nach den Umfragewerten zu gehen, um 6,4 % bzw. 5,1 % „verschätzten“, ist eigentlich schon ein Skandal.
Der Hammer ist aber ihre Aussage dazu in einem Interview. Renate Köcher räumte ein, dass sie der Partei keine Plattform bieten wolle und daher die ihr im Vorfeld der Wahl bekannten, höheren Umfragewerte nicht veröffentlicht hatte.
Dieses Vorgehen stieß in der Publizistik und Wissenschaft auf Kritik. Wobei Kritik mehr als angebracht ist. Wir reden hier sehr nett formuliert von Manipulation, böse Zungen behaupten gar Betrug.
Dennoch wurde ihr für ihre Verdienste 1996 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Aber das sei nur nebenbei erwähnt.
Der Spiegel nahm sich am 27.06.1994 die gesamte Branche zur Brust, Zitat:
„Ohrfeige an der Haustür
Der Bericht eines Insiders erschüttert die Glaubwürdigkeit der Demoskopen: Schummelei bei der Datenerhebung ist weit verbreitet, viele Umfrageergebnisse sind nachlässig ermittelt, die Zahlen dubios. Führende Meinungsforscher fordern für ihre Branche strengere Qualitätskontrollen und gewissenhaftere Arbeit.“
Und dann wird der Spiegel noch deutlicher:
„Vor allem bei der Datenerhebung gehört Schummelei offenbar zum Prinzip. Unsinnige Fragebögen, faule Interviewer und laxe Kontrollen machen das Material aus der Feldforschung teilweise schon vor der Auswertung unbrauchbar – verwendet wird es dennoch.“

Das ist doch alles ein viertel Jahrhundert her und ein alter Hut und längst nicht mehr Realität oder doch noch?

Das Thema ist leider noch genauso aktuell, wie damals.
Bei der Brexit-Wahl, bei Trump oder bei den Landtagswahlen in Brandenburg lagen die Institute ebenfalls daneben. Merkwürdigerweise aber immer in der dem Mainstream angenehmen Richtung.
Jetzt erklärt sich auch das merkwürdige Bauchgefühl, welches einen beschleicht, wenn wieder einmal eine Umfrage so gar nicht zu den eigenen Wahrnehmungen passt.
Ein weiterer Aspekt ist die Interpretation von Ergebnissen. Hier wird dann so richtig Politik gemacht und dem staunenden Leser erklärt, was er zu denken und zu schlussfolgern hat. Wie weit sich Interpretation und Realität voneinander entfernen können, zeigt folgendes Beispiel:

So ärgerte sich der SPD-Mann Sigmar Gabriel über die SPD nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die auf unterstem Niveau munter Fakten auf den Holzweg interpretierte und dabei deutlich zu weit ging. Die Umfrageergebnisse deren „Mitte-Studie“ von 2019 zeigten nämlich ein sehr positives Bild Deutschlands. Sie stellten zum Beispiel fest, dass 86% der Bevölkerung die Demokratie für die richtige Regierungsform halten und nur 2,4% rechtsradikal ticken. Dies sogar gleich verteilt in Ost- und Westdeutschland. Dennoch interpretierten die Autoren ihre eigenen Umfrageergebnisse mit der alarmistischen Überschrift „Verlorene Mitte – Feindliche Zustände“. Die Realität, die sich in den Umfragen darstellte, passte so gar nicht zu dem künstlich erschaffenen und aufgeblasenen Popanz der herbeifabulierten rechten Gefahr. Die Friedrich-Ebert-Stiftung vollzog damit ungewollt ein Outing, welches aufzeigt, dass es Ihnen gar nicht um Links oder Rechts geht, sondern um das Niederringen politischer und gesellschaftlicher Kritiker.

https://www.tagesspiegel.de/politik/von-wegen-verlorene-mitte-eine-studie-und-ihre-bewusste-fehlinterpretation/24263736.html

Entscheiden Sie also selbst, ob Sie sich zukünftig von Umfragen beeinflussen lassen wollen oder sich lieber unabhängig eine eigene Meinung bilden.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article199601976/Landtagswahlen-Warum-lagen-schon-wieder-alle-Wahlumfragen-daneben.html