Kurzbericht zur Enquete-Sitzung am 25. Mai 2020

Die 22. Sitzung der Enquete-Sitzung „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ am 25. Mai 2020 war eine Anhörung zum Thema „Optimierung der Lernortkooperation zwischen Betrieb, überbetrieblichen Bildungsstätten und Berufsschulen bezüglich der Herausforderungen durch die Digitalisierung“. Unsere Sachverständigen, mein Kollege Schulz, ich als Obfrau der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag sowie unsere Fraktionsmitarbeiter engagieren sich seit September 2018 für das gesellschaftlich relevante Gesamtthema der Enquete. Das Ganze mündet in einem ausführlichen Abschlussbericht mit etlichen Handlungsempfehlungen.

Die AfD-Fraktion schlug im Vorfeld der Sitzung auch wieder externe Experten vor und erarbeitete Leitfragen, die vorab an die von den Gesamtmitgliedern der Kommission ausgewählten Sachverständigen gesandt wurden.

Als externe Experten waren geladen: Eugen Straubinger – Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e. V. (BvLB), Berlin und vier Sachverständige des Kooperationsprojektes „Industrie 4.0-Lernstation“ der Carl Zeiss AG mit der Technischen Schule Aalen: Dr. Florian Mezger (Head of Talent Attraction der ZEISS Gruppe, Carl Zeiss AG, Oberkochen, Baden-Württemberg), Udo M. Schlickenrieder (Head of Education/Ausbildungsleiter der Carl Zeiss AG, Oberkochen), OStD Bernhard Wagner (Schulleiter an der Technischen Schule Aalen, Baden-Württemberg) sowie StD Bernd Wiedmann (Projektleiter des Kooperationsprojektes an der Technischen Schule Aalen).

Quintessenz aller Ausführungen war unter anderem die Feststellung, dass die Digitalisierung insgesamt eine bedeutende Chance für die Lernortkooperation darstellt. Natürlich muss das Ausbildungsangebot qualitativ hochwertig sein. Von großer Relevanz seien auch gut funktionierende Bildungs- und Lernplattformen. Auch böte nach Meinung der Experten die Kooperation unter den Lernorten sehr große Chancen und Möglichkeiten und die Azubis ziehen großen Nutzen aus CloudLösungen. Die Verzahnung und Vernetzung (Schule/Unternehmen – Lernorte/Lerninhalte) können durch die Digitalisierung und IT-Möglichkeiten deutlich optimiert werden.

Ich möchte einige Antworten der Experten auf die Fragen der Kommission wiedergeben, die für unsere Arbeit sehr hilfreich sind:Bezüglich Anforderungsfaktoren/Rahmenbedingungen für eine funktionierende Lernortkooperation wurde auf die geeignete Infrastruktur sowie auf eine lernortübergreifende Betreuung der Auszubildenden (z. B. Ingenieurpädagogen) hingewiesen. Auch müssen Betrieb und Berufsschule miteinander kooperieren, um den Ausbildungserfolg zu gewährleisten. Ein enger Austausch mit den Ausbildern im Betrieb ist wichtig bei der Planung und Mitgestaltung der Lernortkooperation.

Unter anderem wurde auch auf die Bedeutung der Trennung zwischen persönlicher und professioneller Kommunikation bei der Kooperation hingewiesen und die Notwendigkeit des Einsatzes von verbindlichen E-Mail-Adressen im Rahmen der Ausbildung.

Angesprochen wurde auch der notwendige Aufbau von IT-Fachkräften an den Schulen. Gerade die Unterstützung von kleineren Unternehmen ist von hoher Bedeutung, gerade was die Abstimmung zwischen Berufsschule, Betrieb und ÜBA (überbetrieblicher Ausbildungsstätte) angeht. Viele Kleinbetriebe sind aufgrund der eigenen wirtschaftlichen Lage teilweise gezwungen den Auszubildenden auch als günstige Arbeitskraft einzusetzen. Eine guter Abstimmungsprozess ist hier nicht immer einfach. Vieles ist vom persönlichen Engagement der Verantwortlichen in Schule und Betrieb abhängig.

Kritisiert wurde zum Teil auch die Leistungsfähigkeit der Netze (vor allem im ländlichen Raum). Auch wurde auf die permanente Lehrerweiterqualifizierung hingewiesen. Die Unterrichtskonzepte sollten vielfältig sein. Es sollte sich am Bildungserfolg, und nicht unbedingt am Grad der Digitalisierung, orientiert werden.

Noch etliche weitere Aspekte der Anhörung können auf der Homepage des Bundestages entnommen werden (Aufzeichnung der Sitzung, Protokolle, Dokumente etc.).